Acriter et Fideliter – Tapfer und Treu lautet der Wahlspruch der Garde in Anlehnung an jenes Ereignis, welches sich 2027 zum 500. Mal jährt: Am 6. Mai 1527 fielen 147 Schweizergardisten bei der Verteidigung des Papstes gegen marodierende Söldner des Deutschen Kaisers und ermöglichten so Papst Clemens VII. den Rückzug auf die Engelsburg. Es war die grösste Heldentat der Eidgenossen, seit sie 1506 zur Leibgarde des Heiligen Vaters berufen worden waren. Sie begründete den Mythos der loyalen, tapferen und opferbereiten Schweizer, der die Päpstliche Schweizergarde auch heute noch umgibt.
Die Garde begeht dieses Jubiläum feierlich, nicht mit einer Jubelfeier, wie 2006 zum 500. Jahrestag der Gründung, sondern im Bewusstsein der Opfer, welche an jenem 6. Mai 1527 tapfer ihr Leben liessen, und jene, die den Papst treu in die sichere Engelsburg geleiteten.
Der Mythos, der damals entstanden ist, lebt auch heute noch fort. Er war und ist den jungen Männern, welche über die Jahrhunderte bis heute treu ihren Dienst in der Garde versahen und weiterhin versehen, ganz präsent.
Auch über die Zeit nach dem Dienst in Rom hinaus, bis ins hohe Alter:
Einmal Gardist – immer Gardist
Oberst Christoph Graf
Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde
In diesem bedeutenden Jahr wird die Vereidigung der neuen Gardisten am 6. Mai 2027 nicht, wie sonst üblich, im Damasushof des Papstpalastes durchgeführt, sondern auf dem Petersplatz. Unmittelbar vor der Vereidigung gedenkt die Garde mit der traditionellen Kranzniederlegung der Gefallenen von 1527. Zu ihrer Ehrung gehört auch die Enthüllung einer Gedenktafel an einem der bedeutendsten Orte dieses Ereignisses, auf der Piazza dei Protomartiri.
Das Gedenkjahr 2027 startet aber schon im Januar mit einer Einordnung der historischen Ereignisse durch die beiden Historiker Prof. em. Volker Reinhardt und Dr. Urban. Sie befassen sich mit der politischen Geschichte des Sacco di Roma, der Folgegeschichte und dem daraus entstandenen Mythos. Zum Gedenkjahr 2027 entsteht zudem eine Publikation, welche die politischen, militärischen und religiösen Voraussetzungen der Ereignisse beleuchtet.
Ganz im Zeichen des Gedenkens an die gefallenen Schweizergardisten von 1527 steht auch die Nationale Wallfahrt nach Einsiedeln im Herbst, welche von der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten durchgeführt wird. Sie steht allen Freunden und Unterstützern der Päpstlichen Schweizergarde offen und bildet den offiziellen Höhepunkt des Gedenkjahrs.
Zum 500. Jahrestag des Sacco di Roma wird ein mehrstufiges Lichtkunstprojekt realisiert. Die Lichtkunst ist der rote Faden, der sich von der Vereidigung 2026 über die Vereidigung 2027 und die Gedenkfeier 2027 bis zu den Adventsanlässen 2027 zieht. Für das künstlerische Projekt zeichnet der bekannte Schweizer Lichtkünstler Gerry Hofstetter verantwortlich. Grundlage sind insbesondere Bilder und andere Dokumente, welche im vatikanischen Archiv und im Gardemuseum vorhanden sind, sowie aktuelle Aufnahmen der Garde.
Januar
23
Historiker-Colloquium des Zentrum Garde
Brig
April
19
Die Päpstliche Schweizergarde zu Gast am Zürcher Sechseläuten
Zürich
Mai
05
Enthüllung der Ehrentafel
Vatikan
06
Hl. Messe, Kranzniederlegung und Vereidigung der neuen Gardisten
Vatikan
07
Zentralversammlung der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten
Rom
08 / 09
Marsch der Marschgruppe exGSP und Kranzniederlegung auf dem Römer Friedhof Campo Verano
Rom
September
04
Nationale Wallfahrt der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten
Einsiedeln
Januar
Vernissage des Buches zum Gedenkjahr
Vatikan
Das von Karl V. regierte Spanien und das von Franz I. regierte Frankreich kämpften seit 1521 um die Vorherrschaft in Oberitalien. Papst Clemens VII., ursprünglich mit Karl V. verbündet, schloss sich 1522 nach dessen Niederlage in der Schlacht von Biccoca der Liga von Cognac mit Frankreich und den oberitalienischen Städten an und forderte das Herzogtum Mailand für sich. Nachdem sich das Kriegsglück wieder gedreht hatte, stand das Söldnerheer des deutschen Kaisers im Frühjahr 1527 vor den Toren Roms. Weil die deutschen, spanischen und italienischen Söldner schon seit über zwei Jahren nicht mehr ordentlich entlöhnt worden waren, stürmten sie schliesslich eigenmächtig die Stadt.
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